Von Höhenflügen und schweren Beinen
Mittwoch hatte Alissa von der Organisation, über die sie ihren Freiwilligendienst macht, einen Bildungstag zum Thema mentale Gesundheit. Da dieser online stattfand und ich noch meinen Vorbereitungskurs beenden wollte, passte das sehr gut. Also gingen wir gemeinsam in das Workcafé, in dem ich schon letzte Woche war.
Während einer kurzen Mittagspause holten wir uns etwas zu essen. Gegen 17:15 Uhr waren wir beide fertig und machten uns auf den Weg in Richtung WG. Vorher wollte ich jedoch noch eine Postkarte verschicken.
Die Postfiliale war ganz anders als die, die ich von zu Hause kenne. Erst mal war sie riesengroß und man musste sogar eine Nummer ziehen. An diesem Tag waren jedoch relativ wenige Menschen da, weshalb wir sehr schnell drankamen. Schnell die Postkarte abgegeben, Briefmarke drauf und einmal nach Germany, bitte …
Kaum waren wir zur Tür herein, mussten wir eigentlich schon wieder los. Denn für uns stand heute noch eine Cycling-Class an. Das Wetter war leider nicht so berauschend. Es war immer noch warm, aber es regnete. Halb durchnässt kamen wir im Fitnessstudio an.
Vor dem Raum, in dem das Cycling stattfinden sollte, hatte sich bereits eine Menschentraube gebildet, zu der wir uns dazustellten.
Als es endlich losging, gab es schon die ersten Probleme. Die Fahrradsitze waren leider nicht einfach zu verstellen und verständigen konnten wir uns auch mit niemandem so richtig. Dies verwunderte mich anfangs etwas, da San Sebastián eine relativ touristische Stadt ist und so gut wie niemand oder nur sehr wenige Menschen Englisch sprechen.
Also probierten wir etwas herum, bis wir Fahrräder fanden, die einigermaßen passten.
Kaum waren wir halbwegs bereit, kam der Trainer herein (diesmal war es keine virtuelle Stunde). Da bekam zumindest ich meine Zweifel, ob wir hier richtig waren. Denn der Trainer wirkte außerordentlich trainiert und hatte eine Fahrraduniform der Profiklasse an.
Er setzte sich aufs Fahrrad, machte laute Musik an, setzte sein Mikrofon auf und schon ging es los.
Anfangs fand ich das Ganze ziemlich lustig und brauchte erst mal ein bisschen, um in den Rhythmus zu kommen. Das Verstehen war erstaunlicherweise kein so großes Problem, da der Trainer größtenteils nur „Allez hopp!“ sagte und sogar ich verstand, dass wir uns dann aus dem Sattel schwingen sollten.
Mit der spanischen Musik im Takt war das Ganze dann ziemlich kurzweilig und machte sehr viel Spaß.
Als wir eine Stunde später schweißgebadet aus dem Fitnessstudio kamen, ging die Sonne gerade unter. Wir konnten noch die letzten Züge des Sonnenuntergangs in Form eines pinkfarbenen Himmels erhaschen und machten uns zufrieden und müde auf den Rückweg.
Donnerstagabend sind wir gemeinsam mit drei weiteren Mädels aus Alissas Schule ins Kino gegangen. Geschaut haben wir den Film „Verity“ auf Englisch mit spanischen Untertiteln. Auch wenn es mich etwas nervt, nicht zu wissen, was am Ende nun der Wahrheit entsprach und wer gelogen hat, fand ich den Film sehr spannend und kann ihn wärmstens weiterempfehlen.
Freitag haben wir uns den letzten der drei Stadtstrände angeschaut: Playa de Ondarreta. Vorher gab es jedoch zur Stärkung ein Eis.
Danach sind wir weiter entlang des Wassers bis zum Peine del Viento gelaufen. An der steilen Küstenwand zerschellten immer wieder größere und kleinere Wellen und spritzten enorm hoch. Gleichzeitig fuhren einige mit ihren Kajaks auf den tobenden Wellen des Meeres. Wir beobachteten dies eine Weile, bevor wir uns erneut zur Bushaltestelle aufmachten.
Denn unser eigentliches Ziel lag heute einige Höhenmeter über San Sebastián. Wir wollten uns die Aussicht vom Monte Igueldo nicht entgehen lassen. Auf den anstrengenden Weg bis dorthin konnten wir jedoch sehr gut verzichten. Also nahmen wir den Bus.
Allerdings hätten wir für diesen Ausblick auch den Fußweg nach oben auf uns genommen. Wir sind ein Stück die Straße entlang hinuntergelaufen und haben die Aussicht genossen, bevor es mit dem Bus wieder Richtung WG ging.


Kommentare