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Camino del Norte

Mara Minge
vor 6 Tagen
3 Min. Lesezeit

Samstag gegen halb zwölf haben wir uns auf den Weg zu unserer kleinen Pilgerreise begeben. Unser Vorhaben: die nächsten drei Tage von San Sebastián aus immer Richtung Westen zu laufen.

Das erste steile Stück sind wir mit dem Bus gefahren, dann ging es auch schon los. Die ersten ca. 15 km nach Orio.

Der Wanderweg an sich ist wirklich sehr schön. Mal geht es an der Küste entlang, mal etwas durch den Wald und über Stock und Stein, durch kleine Dörfer und über Berge, hoch und herunter.

In Orio haben wir eine kleine Pause eingelegt. Nach unserer ersten Etappe waren wir beide etwas hungrig, also gab es eine kleine Stärkung aus dem nahegelegenen Supermarkt.

Während unserer kleinen Stadterkundung kamen wir an kleinen Restaurants, in denen draußen unter freiem Himmel gekocht wurde, und an ein paar Einheimischen, die gemeinsam sangen und tanzten, vorbei.

Einige Meter weiter setzten wir uns ans Wasser, aßen unseren Proviant und entspannten einfach nur. Alissa machte ein kleines Nickerchen, bevor wir weiter in Richtung unseres heutigen Etappenziels Zarautz liefen.

Dabei wurde uns noch einmal klar, dass der Camino del Norte nicht unbedingt ebenerdig verläuft. Die Aussicht ließ sich jedoch sehen und so konnten wir kurze Zeit später Zarautz zumindest von oben begutachten. Nach weiteren gut 5 km kamen wir in dem kleinen Städtchen an.

Unsere Füße taten weh, unsere Handys waren leer, wir hatten noch keine Unterkunft für die Nacht und konnten beide etwas zu essen und zu trinken vertragen. Also ließen wir uns in einem Surfcafé mit Blick aufs Wasser nieder.

Nach einigen Minuten Recherche wurde uns klar, dass unser Vorhaben nicht ganz so aufging wie gedacht. Ein paar Telefonate später machten wir uns langsam Sorgen, wo wir die kommende Nacht verbringen sollten. Wenn man für eine Nacht keine Tausende Euro bezahlen wollte, waren alle Unterkünfte restlos ausgebucht.

Zum Glück gab es eine gute Busverbindung zurück nach San Sebastián, weshalb wir uns erst einmal dazu entschieden, die Nacht in unserer gewohnten Umgebung zu verbringen.

Bis zur Abfahrt blieben uns noch gut zwei Stunden.

Diese nutzten wir und spazierten am Strand von Zarautz entlang und beobachteten das Geschehen. Zarautz selbst ist im Vergleich zu San Sebastián nicht wirklich schön. Der Strand, welcher über 2,5 km lang war, ließ sich jedoch sehen.

Kurz nach 0 Uhr und nach über 20 km lagen wir dann in unseren eigenen Betten und schliefen, total erschöpft von den Strapazen des Tages, fast auf der Stelle ein …


Am Sonntag war Alissa etwas früher auf den Beinen als ich. Kurz nach 10 Uhr quälte ich mich jedoch ebenfalls aus dem Bett. Und ja, sowohl ich als auch Alissa merkten deutlich, dass wir gestern nicht faul herumgelegen hatten.

Aber das war egal, denn unser Vorhaben war mit dem gestrigen Tag noch nicht beendet.

Nachdem unsere ursprüngliche Planung nicht ganz aufgegangen war, sollte es heute in die andere Richtung, in die Nähe der französischen Grenze, gehen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es für uns los. Unser Weg begann bereits mit einem nicht ganz so kleinen Anstieg, wobei wir von zwei Deutschen mit Birkenstocks überholt wurden.

Wir schauten uns beide nur an und fragten uns, ob die das ernst meinten.

Schon wir hatten Probleme, mit unseren Sportschuhen sicher oben anzukommen, aber mit Birkenstocks???

Dennoch war unsere heutige Wanderroute ähnlich schön wie die gestrige, wenn auch nicht weniger steil.

Nach 15 km kamen wir in Pasaia an. Von hier aus nahmen wir den Bus nach Irun, wo sich unser heutiges Schlafdomizil befand.

Nach den letzten zwei Tagen gönnten wir uns am Abend ein Abendessen im Restaurant. Es gab Burger, Pommes und zum Nachtisch Crêpes mit Nutella.


Am Montagmorgen checkten wir nach einer erholsamen Nacht gegen 11 Uhr aus unserem Zimmer aus. Zum Frühstücken ging es in ein kleines Café am Strand in Hendaye, Frankreich.

Nach einem ausgiebigen Frühstück setzten wir uns an den Strand und genossen die Sonne sowie das Geschehen um uns herum.

Dies war teilweise wirklich lustig anzusehen. Beispielsweise klaute ein Hund einem anderen Hund den Ball, woraufhin der Besitzer eine halbe Ewigkeit versuchte, diesen Ball wiederzubekommen.

Lustig anzusehen, dennoch wollte ich nicht in der Haut des Hundebesitzers stecken.

Um 15:30 Uhr ging es dann auch für uns wieder zurück nach San Sebastián. Total erledigt kamen wir kurz nach 16 Uhr in der WG an.

Den Rest des Abends war Entspannen angesagt. So ein Pilgerwochenende ist eben kein Spaziergang!



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