All good things come to an end
Aktualisiert: 2. Sept.
Heute ist leider schon der letzte Tag unseres Roadtrips und wir sind an unserem letzten Stopp in Kühlungsborn beziehungsweise Wittenbeck angekommen.
Zu Beginn unseres Roadtrips hatte Mama mir eine WhatsApp geschickt, in der sie uns viel Spaß wünschte – versehen mit einer kleinen Checkliste, insbesondere für Kopenhagen, die wir natürlich abarbeiten wollten.
Die Liste beinhaltete:
Singt zusammen ganz laut im Auto.
Geht tanzen (z. B. in Vesterbro – dem trendigsten Ausgehviertel mit vielen Bars, Cocktailbars und Clubs).
Flirtet mit einem oder zwei 😉 Dänen.
Esst Eis mit mindestens drei Kugeln.
Erkundet Kopenhagen mit dem Fahrrad.
Besucht den Streetfood-Markt am Wasser in Kopenhagen – Reffen.
Schickt mir ein Foto von den schönsten bunten Häusern.
Hinterlasst eine nette Nachricht oder Flaschenpost auf Dänisch für eine(n) Unbekannte(n).
Wir können stolz sagen, dass wir hinter alle Punkte einen Hacken setzen konnten.
Gestern Abend haben wir uns auf unserem Zimmer noch dem letzten Punkt gewidmet und eine Flaschenpost verfasst.
Bei ein paar lustigen Geschichten sowie viel – und vor allem lautstarkem – Lachen ging die Zeit enorm schnell vorbei und das Schreiben der Flaschenpost ging umso leichter von der Hand.
Bis wir plötzlich gegen 22:30 Uhr durch ein Klopfen an der Tür erschraken. Alissa schaute mich entgeistert und mit verängstigtem Gesichtsausdruck an und fragte, ob ich das gewesen sei. Als ich dies verneinte, trug das nicht unbedingt zu unserer Entspannung bei.
Kurz darauf hörten wir eine Stimme durch die Tür:
„Please come to the reception when you are ready, we have to talk about your …“
Die letzten Worte waren leider sehr unverständlich und somit waren wir immer noch nicht schlauer.
Da es bereits spät war und wir eigentlich nicht geplant hatten, an diesem Abend noch einmal unser Zimmer zu verlassen, zogen wir uns erneut an und machten uns mit erhöhtem Puls auf den Weg zur Rezeption.
Dort angekommen, wurden wir lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass wir unsere Fahrräder in den Fahrradkeller bringen und diese nicht über Nacht draußen am Auto stehen lassen sollten.
Also schnallten wir die Fahrräder wieder ab – obwohl wir sie eigentlich in weiser Voraussicht bereits am Auto befestigt hatten, um am nächsten Morgen Zeit zu sparen.
In den ominösen Fahrradkeller wurden wir von einem Hotelmitarbeiter geleitet. Na ja, ich sage mal so: Eindeutig als Fahrradkeller war dieser nicht zu erkennen. Abgesehen von unseren Fahrrädern parkten dort gerade einmal drei weitere.
Der Mann schloss uns eine dunkle Abstellkammer auf und meinte:
„Go inside and park your bikes there.“
Er selbst blieb an der Tür stehen und schickte uns sozusagen alleine in den dunklen Raum.
Also taten wir, was er sagte, und gingen hinein …
Einige von uns hatten es dabei eiliger als andere.
Während Alissa alles daransetzte, ihr Fahrrad so schnell wie möglich abzustellen und wieder aus dem Raum zu flüchten, bevor uns die Tür vor der Nase zugeknallt wurde, war ich die Ruhe selbst.
Ich hantierte noch an den Fahrrädern herum und quatschte währenddessen Alissa voll, sie solle doch noch einmal zu mir zurückkommen und mir helfen, da ich ein bisschen Probleme damit hatte, mein Fahrrad ordentlich abzustellen. Doch leider bekam sie meine Worte nur mit einem Ohr mit, da sie viel zu sehr damit beschäftigt war, den Hotelmitarbeiter noch ein wenig hinzuhalten – schließlich wollte sie verhindern, dass er den Raum am Ende doch noch mit mir darin abschloss.
Nach einer gefühlten Ewigkeit war schließlich auch ich fertig und begab mich aus dem dunklen Raum.
Als der Mitarbeiter sich verabschiedet hatte und wir wieder unter uns waren, wurde mir erst klar, wie leicht wir eigentlich hätten gekidnappt werden können – und dass ich es das nächste Mal, wenn mich ein Fremder bittet, doch mal eben in einen dunklen Raum zu gehen, vielleicht nicht unbedingt freudestrahlend tun sollte.
Aber es ging alles gut und wir sind beide wohlbehalten aus dem Keller wieder in unser Zimmer gelangt.
Heute hingegen war ein sehr entspannter Tag. Gegen 11 Uhr fuhren wir am Hotel los und machten noch einmal einen Abstecher nach Dragør, einem kleinen Städtchen südlich von Kopenhagen. Unter anderem, um dort im Hafen unsere Flaschenpost auf den Weg zu schicken.
Auch die Fährfahrt war erneut sehr entspannt und die Zeit verging wie im Flug.
Nur fürs Protokoll: Einige Tage, nachdem wir die zweite Gabel für verschollen geglaubt hatten, fanden wir sie tatsächlich in einer unserer Taschen wieder.
Natürlich haben wir heute auf der Fähre auch beide Gabeln wieder zurückgegeben.
Kurz nach 17 Uhr kamen wir in altbekannter Umgebung in Wittenbeck an, wo Mama bereits auf uns wartete.
Noch einmal ein kurzer Abstecher zu "Edel & Scharf" Currywurst essen und anschließend ein kleiner Sonnenuntergangs- beziehungsweise Strandspaziergang.
Nun sind alle totmüde …
Bevor wir uns morgen letztendlich auf die letzte Etappe unseres Roadtrips begeben, wird morgen früh noch einmal ausgiebig in der Bäckerei „Junge“ gefrühstückt.
Wenn man schon mal in Kühlungsborn ist, darf man das schließlich auch nicht auslassen.



Vielen Dank ihr beiden! Es war so schön, euch auf eurem Roadtrip begleiten zu dürfen 🤗. Die Texte und Bilder gaben einem das Gefühl, live dabei zu sein und mitzureisen.
Habt ihr eigentlich keine größere Flasche für die Flaschenpost gefunden? Und ich hoffe, ihr habt selbige nicht selbst geleert 🙃.
Und ich finde es ehrenwert, dass ihr die Gabeln auf der Rückfahrt wieder zurückgegeben habt. So waren sie letztendlich nur geliehen. Das klauen haben wir dir nämlich nicht beigebracht.